2 thoughts on “Good Ol’ Christmas

  1. Polygraph
    8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Schmiss und Schmalz, 8. Dezember 2012
    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Good Ol’ Christmas (MP3-Download)
    An “Swinging Christmas”-Alben besteht auf dem offenen Markt beileibe kein Mangel, demzufolge lässt sich nicht eben sagen, dass die Baseballs mit diesem Weihnachtsalbum einen neuen musikalischen Pfad ausgetreten hätten – erschwerend kommt hinzu, dass Frank Sinatra und Konsorten die Messlatte so hoch angelegt haben, dass jeder Nachfolger unvermeidlich daran gemessen werden muss.
    Angesichts solcher Marktsättigung hätte eine gewisse ironische Distanz, oder irgendein Experimentalfaktor einen großen Bonus bedeutet, aber über weite Strecken hinweg klingt dieses Album fast eins zu eins wie direkt vom RatPack eingespielt: Dies soll kein Urteil über die Musik darstellen, sondern lediglich verdeutlichen, dass die Band hier Material aufgenommen hat, das man fast deckungsgleich schon von anderen Interpreten kennt. Stellen Sie sich vor NOFX würden Sum 41 covern – hier covert eine Swingband eben eine Swingband.

    Ungefähr die Hälfte des Albums bedient in erster Linie die Besinnlichkeits-Fraktion und der Schmalz ist bewusst fingerdick aufgetragen: Die emotionaleren Stücke wie “Silent Night”, “Dry your Tears” oder “Oh, Holy Night” sind tadellos eingespielt und der Sänger beweist ein Stimmvolumen und eine Oktavsicherheit, die sich keine Sekunde hinter Ol’Blue Eyes verstecken muss – nur heben sich diese Stücke eben viel zu wenig, um nicht zu sagen überhaupt nicht von dem ab, was bereits in den 50ern aufgenommen wurde. Es ist das berühmte The Christmas Album, 2012 mit neuem Sänger neu eingespielt; nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    Die Baseballs wären allerdings nicht die Baseballs, wenn sie nicht noch ein paar Asse im Ärmel hätten, denn wenn sich die Jungs endlich für ihren charakteristischen augenzwinkernden Schmiss entscheiden, der viele ihrer Coverversionen charakterisiert, dann kommt das Album richtig in Fahrt: Die großartigen SwingRock-Versionen von “The Little Drummer Boy” oder “Rudolph the Reindeer” hätte Elvis Presley himself nicht schöner einsingen können – man möchte direkt die nächste Milchbar aufsuchen, um dort mit seinem Mädchen einen heissen Schwof aufs Parkett zu legen.

    Also unterm Strich beileibe kein schlechtes Album, aber es selbst wenn man von weihnachtlicher Swingmusik nicht genug kriegen kann, wird hier viel zu oft einfach gewohntes Material verarbeitet. Ein bisschen mehr Baseballs-typischer Humor, und ein bisschen weniger Pathos und das Album hätte das Zeug zum Klassiker gehabt: In seiner jetzigen Form gesellt es sich einfach nahtlos zu den Regalmetern erhältlicher Festtagsplatten mit Swing-Anleihen, ohne dabei leider wirklich neue Akzente gesetzt zu haben.
    Wem das nichts ausmacht, der kann allerdings bedenkenlos zugreifen, denn musikalisch gibt es an dem Album rein gar nichts auszusetzen, und wann wenn nicht zu Weihnachten darf man sich eine kleine Dosis Kitsch guten Gewissens erlauben? Wenn der Frontmann wie auf einer Opernbühne aus voller Brust und mit zartem Schmelz das “Silent Night” intoniert, dann schmilzt selbst die Schokolade im Adventskalender dahin – also den Kamin anzünden und eine Flasche Rotwein öffnen, und das Mädel, das Sie vom Weihnachtsmarkt abgeschleppt haben, wird Wachs in Ihren Händen sein.

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  2. Frank
    4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Herrlich nostalgisch!, 5. November 2012
    Von 

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Good Ol’ Christmas (Audio CD)
    Mit “Good Ol’ Christmas” legen The Baseballs ein herrlich nostalgisches Weihnachtsalbum vor, das klingt, als sei es irgendwann in den 50er- oder 60er-Jahren aufgenommen worden. Gerade die Christmas-Classics wie “Let It Snow” oder “Have Yourself A Merry Little Christmas” reihen sich von der Produktion her nahtlos in eine Reihe mit Bing Crosby, Perry Como oder Dean Martin ein. Dazu kommen natürlich auch ein paar rockigere Sounds (“Rocking Around The Christmas Tree” oder “Little Drumer Boy”) und schließlich als Sahnehäubchen noch drei Eigenkompositionen, von denen die wunderschöne Ballade “Father To A Child” besonders heraussticht. “Dry Your Tears” weckt dagegen Assoziationen an Elvis, während “Ring Ring (A Lovely Sound)” aus der Doo Woop-Ecke eher in die Rubrik “Fröhliche Weihnachten” einzuordnen ist.

    Ich muss sagen, dass ich nach dem eher schwachen “Strings ‘n’ Stripes” keine allzu großen Erwartungen an ein Weihnachtsalbum der Baseballs hatte, aber bereits nach dem ersten Hören gehört “Good Ol’ Christmas” zu meinen absoluten Favoriten, wenn es um die musikalische Untermalung der Vorweihnachtszeit geht. Gute Laune und Besinnlichkeit in einem tollen Mix – das macht einfach Spaß! Daher gibt es auch die volle Punktzahl!

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